Weihnachtskrippe 2017

Starke Frauen in der Bibel

2. Advent | Debora - Die Gerechte

Damals war Debora, eine Prophetin, die Frau des Lappidot, Richterin in Israel. Sie hatte ihren Sitz unter der Debora-Palme zwischen Rama und Bet-El im Gebirge Efraim und die Israeliten kamen zu ihr hinauf, um sich Recht sprechen zu lassen. Sie sandte hin, rief Barak, den Sohn Abinoams aus Kedesch-Naftali, herbei und sagte zu ihm: Befiehlt der HERR, der Gott Israels, nicht: Geh hin, zieh auf den Berg Tabor und nimm zehntausend Mann von den Naftalitern und den Sebulonitern mit dir? Ich werde Sisera, den Heerführer Jabins, mit seinen Wagen und seiner Streitmacht zu dir an den Bach Kischon lenken und ihn in deine Hand geben. Barak sagte zu ihr: Wenn du mit mir gehst, werde ich gehen; wenn du aber nicht mit mir gehst, werde ich nicht gehen. Sie sagte: Ja, ich gehe mit dir; aber der Ruhm wird auf dem Weg, den du gehen wirst, dann nicht dir zuteil, sondern in die Hand einer Frau wird der HERR Sisera ausliefern. Und Debora machte sich auf und ging zusammen mit Barak nach Kedesch. (Richter 4,4-9)

In biblischer Zeit war die Gesellschaft patriarchalisch geprägt. Frauen waren rechtlich und finanziell abhängig von ihren Vätern oder Ehemännern. Ihre Aufgabe bestand darin, sich um Familie und Haushalt zu kümmern. Nur wenige Frauen, wie Hebammen, waren darüber hinaus beruflich tätig. Wichtig für das Ansehen einer Frau war es, Kinder zu bekommen, um den Erhalt der Familie zu sichern. Konnte sie das nicht erfüllen, galt sie wenig. Von der gleichberechtigten Wertschätzung, die zum Ausdruck kam, als Gott Mann und Frau „zu seinem Bilde“ schuf, war im Alltag also wenig zu spüren. Umso bewundernswerter, dass es trotzdem immer wieder Frauen wie Deborah gab, die ihre Positionen durchsetzten und deren Lebenswege bis heute beeindrucken.

Deborahs Siegeslied ist einer der ältesten Texte der Bibel. In der jüdischen Tradition wird Deborah einerseits für arrogant gehalten, weil sie Barak zu sich kommen lässt, statt selbst zu ihm zu gehen, und weil sie sich selbst als »Mutter in Israel« bezeichnet. Deborahs Siegeslied allerdings gilt als von der Lyrik der biblischen Männer unübertroffen.


 

1. Advent | Rebekka - Die Selbstbewusste

Isaak aber war 40 Jahre alt, als er Rebekka zur Frau nahm, die Tochter Betuels, des Aramäers aus Mesopotamien, die Schwester des Aramäers Laban. Isaak aber bat den Herrn für seine Frau, denn sie war unfruchtbar. Und der Herr ließ sich erbitten, und Rebekka, seine Frau, ward schwanger. (Mose 25, 20+21)


Wer ist denn so verrückt wie Rebekka? Da kommt ein Irgendwer aus Irgendwo und sagt, er suche eine Braut, eine wirklich richtige Braut für seinen Herrn. Und ohne, dass Rebekka diesen Mann je auch nur gesehen hätte, nickt sie dazu. Was denkt sich diese schöne junge Frau dabei?

Auch sie ist eine von Gottes starken Töchtern und auch sie verkörpert, was wir eine vielschichtige Persönlichkeit nennen. Sie hat die Gabe Wasser des Lebens zu vergeben und dort zu verteilen, wo es gebraucht wird. Sie bietet Leben, nicht nur für Menschen sondern auch für Tiere.

Der Heiratsantrag wird offen und aufrichtig überbracht. Rebekka, trotz des Schutzes ihrer Familie, möchte diese Eheschließung, ohne den Bräutigam je gesehen zu haben.

Isaak, ihr Mann, wird sie sehr lieben und sie wird ihm Trost spenden in der Trauer um seine verstorbene Mutter. Gott schenkt der zunächst unfruchtbaren Frau eine Schwangerschaft, es sind Zwillinge, Jakob und Esau.

Rebekka hat Gott genau zugehört, als er ihr sagte, dass zwei Völker in ihrem Leib seien, das eine Volk würde dem anderen überlegen sein und der Ältere würde dem Jüngeren dienen. Rebekka ist eine bevorzugende Mutter, sie liebt den jüngeren Sohn mehr als den älteren. Und sie arbeitet mit List und Tücke, um den Erstgeburtssegen vom sterbenden Vater zu manipulieren.